#17 Wie bleiben wir in Krisenzeiten konkurrenzfähig, David Bach?

Shownotes

Geopolitik, KI und Wandel: IMD-Präsident David Bach erklärt, wie wir in unsicheren Zeiten konkurrenzfähig bleiben – und warum «lernen zu lernen» der wichtigste Skill ist.

Die Welt verändert sich rasant: geopolitische Spannungen, technologische Disruption und künstliche Intelligenz prägen Wirtschaft und Karrierewege neu. In dieser Folge spricht David Bach, Präsident des IMD Lausanne, über die neue Weltordnung, den Zustand der Demokratie und die Auswirkungen von KI auf unsere Arbeitswelt. Er erklärt, warum klassische Karrierepläne ausgedient haben, welche Fähigkeiten Führungskräfte heute wirklich brauchen und weshalb «lernen zu lernen» zur wichtigsten Zukunftskompetenz wird. Ein Gespräch, das Orientierung, Klarheit und Hoffnung schafft in bewegten Zeiten.

INSPIRATIONEN «TO-GO» – WOMIT DU SCHON HEUTE STARTEN KANNST

🚀 Trainiere deine Lernfähigkeit. Nicht das Wissen von heute entscheidet über deinen Erfolg, sondern wie schnell du morgen Neues lernen kannst.

🚀 Verabschiede dich vom Wunsch nach Stabilität. Die Welt wird sich weiter verändern. Wer Wandel akzeptiert, kann Chancen früher erkennen.

🚀 Frage dich: Wo liegt mein menschlicher Mehrwert? KI übernimmt Aufgaben – aber Menschen schaffen Kontext, Empathie, Urteilskraft und Vertrauen.

🚀 Lass Angst nicht dein Verhalten steuern. Wer aus Unsicherheit neue Technologien meidet, erhöht langfristig das eigene Risiko.

🎤 David Bach ist Präsident des IMD (Institute for Management Development) in Lausanne sowie Nestlé-Professor für Strategie und politische Ökonomie. Zuvor war er viele Jahre an führenden Universitäten in den USA tätig. Heute beschäftigt er sich mit den grossen Fragen unserer Zeit: geopolitischer Wandel, Wettbewerbsfähigkeit und Leadership in einer unsicheren Welt.

💶 In die Folge brachte David Bach einen besonderen Gegenstand mit: einen Briefbeschwerer aus geschredderten 75’000 Deutschen Mark – ein Symbol dafür, dass wirtschaftliche Systeme menschengemacht sind und verändert werden können.

DER FAKTENCHECK:

📊 Laut dem Future of Jobs Report des World Economic Forum müssen bis 2030 weltweit rund 59 % aller Arbeitskräfte neue Fähigkeiten erwerben oder bestehende ausbauen. Besonders gefragt sind KI-Kompetenz, analytisches Denken und Resilienz. https://www.weforum.org/publications/the-future-of-jobs-report-2025/

📊 Studien zeigen zudem: Technologische Umbrüche vernichten nicht nur Jobs – sie schaffen langfristig auch neue Rollen, Branchen und Produktivitätsschübe. Entscheidend ist, wie schnell Gesellschaften und Unternehmen sich anpassen. [https://www.forbes.com/sites/shod ewan/2024/10/30/skills-to-future-proof-your-career/](https://www.forbes.com/sites/shod ewan/2024/10/30/skills-to-future-proof-your-career/)

📊 Führung verändert sich ebenfalls: In dynamischen Umfeldern funktionieren klassische Command-and-Control-Modelle deutlich schlechter als vertrauensbasierte, adaptive Leadership-Ansätze. https://www.mckinsey.com/capabilities/strategy-and-corporate-finance/our-insights/building-leaders-in-the-age-of-ai

Lernen zu lernen ist die wichtigste Fähigkeit der Zukunft

UNSER HIGHLIGHT – FÜR DICH AUSGEWÄHLT

Viele Menschen fragen sich: Welche Ausbildung ist noch sicher? Welche Skills sind in zehn Jahren gefragt? David Bach gibt eine ehrliche Antwort: Niemand kann das voraussagen. Was wir wissen: Die Welt wird sich schneller verändern als je zuvor. Deshalb wird nicht ein bestimmtes Fachwissen entscheidend sein, sondern die Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden, Neues zu lernen und mutig zu bleiben.

Wer lernen kann, bleibt relevant.

David Bach ist Host des IMD-Podcasts «Leaders Unplugged»: Hört rein! https://www.imd.org/ibyimd/podcasts/leaders-unplugged/welcome-to-leaders-unplugged/

DAS ADVANCE-PODCAST-TEAM:

• Host: Alkistis Petropaki
• Produktion & Redaktion: Sabrina Durante
• Co-Produktion, Faktencheck-Stimme: Alexandra Rhiner
• Audio-Produktion: Matteo Keiser
• Leitung Konzeptentwicklung: Lena Schwerzmann

Wir sind Advance, eine Non-Profit-Organisation, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter in der Schweizer Geschäftswelt einsetzt. Zusammen mit unseren rund 140 Firmenmitgliedern schaffen wir die nötigen Bedingungen, um stereotypische Rollenbilder zu verändern – damit Frauen eine echte Chance haben, Karriere zu machen, und Männer auch aktiv in ihren Familien mitwirken können. Wir sind überzeugt, dass eine geschlechtergerechte Arbeitswelt eine Win-Win-Situation für alle schafft. Gleichstellung stärkt die Wirtschaft, die Gesellschaft und den Wohlstand. – Together, we #advance faster!

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Transkript anzeigen

00:00:05: Wie bleibt man konkurrenzfähig, wenn die Welt aus den Fugen gerät?

00:00:10: Mein heutiger Gast hat darauf Antworten.

00:00:13: Er denkt in großen geopolitischen Zusammenhängen und sieht daraus konkrete Schlüsse für Unternehmen, für Führungspersönlichkeiten und für uns alle.

00:00:23: Er ist Präsident des IMD das Institute for Management Development in Lausanne und Nestle Professor für Strategie- und politische Ökonomie.

00:00:34: Er ist Host vom Leaders Unplugged Podcast, und heute spricht er über seine Visionen für die Zukunft – und darüber wie man darin eine solide Karriere aufbaut.

00:00:46: Herzlich willkommen David Bach!

00:00:55: Ein Podcast für Businessfrauen in der Schweiz mit Zahlen, Fakten, Inspiration und mutigen Geschichten.

00:01:03: David, herzlich willkommen!

00:01:05: Schön, dass du da bist.

00:01:07: Danke für die Einladung.

00:01:09: Das Thema, wie wir unsere Karrieren zukunftssicher machen und was es für Skills dafür braucht ist natürlich zurzeit besonders relevant.

00:01:18: Und ich freue mich später deine Tipps dazu zu hören.

00:01:22: aber bevor wir mit diesem Thema starten Wir bitten immer unsere Gäste einen Gegenstand uns mitzubringen und du hast uns auch einen Gegenstand mitgebracht.

00:01:31: Was ist das?

00:01:32: Und was ist die Geschichte dahinter?

00:01:34: Auf jeden Fall gerne.

00:01:35: Ich beschreibe das erst mal, ich halte es auch kurz hoch damit man es vielleicht sehen kann.

00:01:40: Das ist so ein Break im Prinzip und was das ist sind seventy-fünftausend deutsche Mark die geschreddert worden sind und dann zusammengepresst worden sind zu einem Briefbeschwerer im Prinzip Und das Ganze ist von zwei tausend und zwei.

00:01:57: Ich bin in Deutschland aufgewachsen, in der Nähe von Frankfurt.

00:02:00: Frankfurt ist natürlich bekannt als Heimat für die Europäische Zentralbank und auch für die Deutsche Bundesbank und war natürlich ganz wichtig für die Einführung des Euros.

00:02:11: aber was für mich so interessant daran ist an diesen geschredderten seventy-tausend Markt denn natürlich mussten die Währungen der verschiedenen Euro Nationen geschreddert werden und zerstört werden ist natürlich dass Geld auf der einen Seite unglaublich wichtig ist.

00:02:24: Der Kapitalismus ist real, wir fühlen das alle und trotzdem ist es eine soziale Konstruktion!

00:02:30: Wir haben uns Papiergeld erfunden und wir können das natürlich relativ schnell wieder zerstören.

00:02:37: Und ich denke da immer an den armen Menschen, die säckeweise Geld in den Schredder schütten musste und ich bringe das häufig in den Unterricht zu meinen Studenten und sage ihnen, wir sprechen über Kapitalismus, Institution des Kapitalismus.

00:02:53: Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir das selbst kreiert haben als Menschen und das sieht man natürlich dann im geschredderten Geld und deswegen können wir es auch verändern.

00:03:02: Das finde ich einen sehr interessanten Gedanken.

00:03:05: Dinge die wir so aus absoluter Wahrheiten betrachten sind im Prinzip nichts anderes als eine kollektive Abmachung oder?

00:03:15: Dass es die gibt!

00:03:16: Auf jeden Fall sehr viel von unserem Leben, auch von unserer Wirtschaft basiert auf diesen kollektiven Abmachungen wie du es sagst und wir können die natürlich verändern.

00:03:27: Wir sehen das jetzt zum Teil nachher mit Sicherheit drüber wie Donald Trump die Regeln der globalen Wirtschaft verändert und im Prinzip macht er eigentlich nur dass er nicht mehr sich an diese häufig impliziten Abkommen hält, was man denn tun sollte und was man nicht tun soll.

00:03:46: Also diese Abkommen, diese kollektiven Abkommen die können natürlich sehr robust sein, sie gehen von Generation zu Generation weiter Aber die können sich auch verändern und manchmal relativ schnell.

00:03:56: Ja,

00:03:56: wir werden das Thema gleich vertiefen aber eine Frage haben noch hast du Geld bezahlt um diesen Brick zu bekommen?

00:04:04: Das steht sogar da drauf.

00:04:05: also das hat glaube ich zehn Euro damals gekostet den zu kaufen.

00:04:10: Also da hat die Organisation dir das gemacht und ein bisschen Geld verdient dabei ja.

00:04:16: Natürlich noch ironischer.

00:04:18: Genau genau Jetzt, du hast einen beeindruckenden Wertegang.

00:04:23: Du hast an den Universitäten Yale und Berkeley Political Science studiert und bis seit September vierundzwanzig Direktor einer globalen Business School dem IMD in Lausanne.

00:04:37: Woher kommt deine Leidenschaft für politische Systeme?

00:04:43: Ich bin natürlich aufgewachsen zu einer sehr interessanten Zeit in einem geteilten Deutschland.

00:04:50: Ich habe natürlich die Wände und die Wiedervereinigungen miterlebt, die Euphorie was die europäische Einigung angeht.

00:04:59: Ich hab gerade von der Einführung des Euros gesprochen.

00:05:02: da war viel Idealismus dabei.

00:05:03: ich war auf jeden Fall Teil dieser End-of-History Generation Und hat mich deswegen natürlich sehr für Politik interessiert hab in den USA Politikwissenschaft studiert, aber das Interessante an dem System dort ist natürlich dass man nicht nur Politik studiert.

00:05:19: Das war auch einer der Gründe warum ich in die USA gegangen bin.

00:05:22: Ich habe andere Sachen nebenbei studiert und dachte eigentlich dass ich als Unternehmensberater irgendwo anfange oder in der Industrie arbeite.

00:05:30: Aber es hat mich so faszinierend zu verstehen wie soziale Systeme funktionieren Wie sie sich verändern über Zeit.

00:05:36: Dass ich dann entschieden habe noch den Doktor hinten dranzuhängen kam nach Kalifornien Ende der neunziger Jahre durch diesen Dotcom Boom rein.

00:05:46: Und seitdem diese Wechselwirkung zwischen Politik und Wirtschaft, zwischen Gesellschaften, Technologie, die fasziniert mich einfach.

00:05:54: Natürlich habe ich sehr viel Glück gehabt dass ich die Möglichkeit hab jetzt an so einer tollen Schule mit so vielen interessanten Menschen zusammen zu kommen um mit ihnen Ideen auszutauschen und ihnen zu helfen ein bisschen Sinn zu machen von den ganzen Veränderungen wie wir jetzt erleben.

00:06:09: Du hast es erwähnt, du warst lange Zeit in den USA im akademischen Bereich tätig.

00:06:15: Hast du eigentlich die Eingriffe, die die US-Regierung jetzt im universitären Bereich macht miterlebt und was sagst du dazu?

00:06:25: Ich habe die so nicht miterlebt, weil ich im Jahr ist, dass es am Ende der ersten Trump-Administration war.

00:06:34: Und da gab's zwar die verbalen Attacke auf die Universitäten – das hab' ich schon mitbekommen -, aber nicht das Wegnehmen von Forschungsgildern und dem Verklagen von Universitäten, was jetzt passiert ist!

00:06:46: Das betrübt mich natürlich sehr.

00:06:49: Wir haben das Gespräch jetzt, der Grund warum ich diese Arbeit machen kann ist weil ich die Möglichkeit hatte als ausländischer Student in den USA zu gehen und dort Möglichkeiten hatte, die ich in Deutschland nicht gehabt hätte wahrscheinlich auch in Europa nicht gehabt habe.

00:07:05: Das heißt also ich bin ein Produkt dieses amerikanischen Systems.

00:07:10: auf dieser Generosität die amerikanische Schulen an Ausländische Studenten zu öffnen Und zu sehen, wie die jetzige Regierung es nicht nur schwerer macht für ihre amerikanischen Universitäten Talent aus der Welt anzuziehen.

00:07:23: Sondern ihnen ist auch vorschreibt, wie sie zu unterrichten haben oder versucht vorzuschreiben, wie Sie zu unterrichten haben und wie Sie forschen sollen... Das ist natürlich schon persönlich für mich und schlimm.

00:07:33: Und ich habe viele Kollegen in den USA, die darunter leiden und auch einige, die sich jetzt nach anderen Orten umschauen – auch die Schweiz und Europa – sich ansehen als Orte wo sie ihre Forschung ohne politischen Einfluss machen können.

00:07:48: Also das kann durchaus auch negative Konsequenzen für die USA haben.

00:07:54: Jetzt du hast vorher den Begriff End of History benutzt.

00:07:58: wenn man die Schlagzeilen heute liest, hat man tatsächlich das Gefühl End of History wieder.

00:08:05: Die Welt geht gleich unter.

00:08:08: Was passiert gerade?

00:08:10: Es ist natürlich einfach sich die Zeitung anzusehen und zu sagen, dass hat alles im November, in den Jahren der Wahl von Donald Trump angefangen.

00:08:20: Aber natürlich ist es nicht so.

00:08:21: Wir hatten vorher den Russlands Angriff auf die Ukraine, wir hatten eine Pandemie, wir haben andere Konflikte auch.

00:08:29: der Angriff von Hamas auf Israel und Israel zur Störung von Gaza.

00:08:34: Und es ist relativ einfach, sich auf die einzelnen Konflikte zu konzentrieren – über Trumps sprechen oder Putin oder Netanyahu.

00:08:42: Aber was tatsächlich in der Welt passiert, ist größer und struktureller, was wir gesehen haben, das wir erleben über die letzten zehn, fünfzehn Jahre.

00:08:51: ist die USA nicht mehr die Weltmacht, die sie mal waren.

00:08:55: Nicht weil die USA kleiner geworden sind als Wirtschaft sondern einfach weil China viel schneller gewachsen ist und China diese Wachstum genutzt und ist nicht nur zu einem Fabrikations-Weltmeister geworden, sondern natürlich auch zu einer wissenschaftlichen und technologischen Weltmacht.

00:09:12: Es hat in eine Marine investiert die dem langen jetzt die Möglichkeit geht auf den Weltmeeren präsent zu sein.

00:09:20: es hat politische Allianzen geschaffen im Zentral Asien auch in Afrika Und über die letzten zehn Jahre vor allem in den USA Die Schlussvorgung gewesen, dass die USA kein Interesse mehr daran haben in der Welt Stabilität und Ordnung zu schaffen wenn der größte Nutznießer davon der wachsende Rivale China ist.

00:09:44: Und die Amerikaner haben sich deswegen Schritt für Schritt zurückgezogen von Säulen der Weltordnung, die für uns alle normal gewesen sind.

00:09:53: Da gehört dazu, die Sicherheit von Alliierten in Europa und Asien zu garantieren.

00:09:58: Es gehört dazu den größten Binnenmarkt, die amerikanische Wirtschaft offen zu halten.

00:10:04: Es gehört dazu, Die Universitäten als Magneten zu benutzen für Talente.

00:10:09: das alles jetzt Schritt für schritt weg gegangen da die USA halt eben nicht mehr den Vorteil darin sehen, im Prinzip selbst für diese Stabilität und für die Offenheit zu sorgen.

00:10:20: Deswegen fehlt in der Welt Führung und wir sehen was passiert wenn in der Weltyführung fehlt unter anderem durch diese Konflikte.

00:10:28: Also du sagst es entsteht gerade eine neue Weltordnung.

00:10:35: Welche Werte müssen wir behalten?

00:10:38: Was wäre extrem wichtig nicht aus den Augen zu verlieren?

00:10:43: Es gibt natürlich verschiedene Vorschläge, was diese neue Weltordnung ausmacht.

00:10:47: Da gibt es auf der einen Seite den Trump-Vorschlag und das ist, was auf Englisch dann häufig als Might Makes Right genannt wird.

00:10:55: Das heißt also wenn ich die Macht habe, wenn ich das stärkste Militär hab', wenn ich eine größte Wirtschaft habe, kann ich meinen Willen den anderen aufzwingen.

00:11:03: Und das hat er natürlich mit seiner Handelspolitik versucht auch gegenüber der Schweiz – das hat es mit seiner Politik, was Grönland angeht, versucht auch in Venezuela und dem Iran.

00:11:14: Es gibt aber auch andere Vorschläge, vielleicht die beste Alternative dazu ist natürlich die, die häufig mit Mark Carney, mit dem kanadischen Premierminister jetzt identifiziert wird der in Davos am Wirtschaftsforum von einem values-based Realism gesprochen hat oder ein principle Pragmatism.

00:11:34: das heißt man Nimm schon zur Kenntnis, dass wirtschaftliche und militärische Macht in der Welt eine große Rolle spielt.

00:11:41: Dass man den Idealismus vielleicht ein klein wenig an den Rand setzen muss – aber das werte trotzdem eine große Role spielen!

00:11:48: Und zu diesen Werten gehört natürlich gerade für uns Europäer, auch die Kanadier oder andere die Demokratie der Respekt und der Schutz von Menschenrechten, eine unabhängige Presse.

00:12:02: Aber da gehört natürlich auch dazu dass man wirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen kann wo Unternehmen Investitionen machen.

00:12:09: das heißt also dass die Politik einigermaßen verlässlich ist.

00:12:12: Das Wichtige ist Da kommt der Realismus wieder zurück, dass man diese Werte im Prinzip nicht als Litmus-Test benutzen sollte.

00:12:20: Sondern auch verstehen muss das man in dieser jetzigen Welt auch mit anderen Ländern zusammenkommen kann – in Bereichen wo es gemeinsame Interessen gibt von der Handelspolitik zum Klimaschutz zur Pandemiebekämpfung selbst wenn diese Länder vielleicht Länder in der Golfregion oder Länder in Asien einige unserer anderen Werte nicht mit uns teilen.

00:12:41: Du hast vorher Demokratie genannt als eine dieser Säulen der Weltordnung.

00:12:47: Wie ist das für dich?

00:12:49: Ist Demokratien überhaupt ein Konzept, also ich meine es wurde erfunden von den antiken Griechen, das muss ich natürlich erwähnen.

00:12:55: Das ist aber viertausend Jahre her oder drei-viertausende Jahre her.

00:13:00: brauchen wir jetzt so etwas wie Demokratie?

00:13:03: zwei Punkt Null.

00:13:05: Also die Demokratie ist natürlich schon ein System, das ein bisschen in Bedrängnis gekommen ist.

00:13:12: In den letzten fünfzehn Jahren ist die Anzahl von Demokratien in der Welt gesunken.

00:13:18: Die Anzahl derer, die in Demokratien leben ist sogar noch stärker gesungen.

00:13:24: Zum Teil weil in vielen größeren Ländern wir denken an die Türkei, aber natürlich auch an Indien doch die demokratischen Rechte rückläufig gewesen sind in den letzten zehn, fünfzehn Jahren.

00:13:37: Das heißt also diese Welle an Demokratisierung, die wir nach dem Ende des Kalten Kriegs gesehen haben, die ist vorbei Und das ist natürlich schon Besorgniserregend.

00:13:47: Wir sehen auch, dass die Demokratie nicht nur in den USA sondern auch in Teilen Europas ein bisschen unter Druck gerät.

00:13:56: Ungarn ist ein Beispiel Serbien und anderes Beispiel.

00:13:59: aber in vielen europäischen Ländern sehen wir, der Gerichte, die Freiheit der Medien doch immer mehr unter Druck geraten.

00:14:07: Ich bin natürlich leidenschaftlicher Demokratieverfechter und Liberalismus-Verfechter.

00:14:13: Und deswegen nehme ich das ernst was du gesagt hast.

00:14:16: wir müssen Demokratien auch neu erfinden können.

00:14:20: Was häufig für gessen wird, dass das Sinn und Zweck an der Demokratie nicht ist so schnell wie möglich Entscheidungen zu treffen.

00:14:28: Sondern es geht darum die Grundrechte der Bürger zu schützen.

00:14:30: Das ist im Prinzip das was wir natürlich verzielen wollen.

00:14:33: also müssen wir lernen wie wir die Grundrecht schützen können aber gleichzeitig schneller Entscheidungen treffen können damit wir in einer dynamischen Weltwirtschaft bestehen können.

00:14:43: Also das ist ein Bereich oder einen Bereich wo die Demokratie sich reformieren muss.

00:14:48: Wir müssen auch Fortschritte machen, dass Bürger sich tatsächlich repräsentiert fühlen in der Demokratie.

00:14:54: In vielen europäischen Ländern ist das nicht so.

00:14:56: Die Schweiz ist da eine gute Ausnahme und die Art und Weise wie die Gesellschaft hier sich im politischen Prozess einbringt kann schon ein Beispiel sein für andere.

00:15:06: also es auf jeden Fall viel Reformbedarf und Reformmöglichkeit aber ich bleibe weiter Verfechter von Demokratie und Liberalismus.

00:15:15: Ich bin einverstanden.

00:15:18: Wir haben über alles gesprochen, was nicht so gut läuft.

00:15:21: Gibt es auch Raum für Optimismus?

00:15:23: Gibt's Punkte die dich optimistisch stimmen für die

00:15:26: Zukunft?".

00:15:27: Auf

00:15:27: jeden Fall!

00:15:28: So viele und das ist so wichtig dass wir uns darauf besinnen.

00:15:31: Das heißt also... Viel, viel weniger Menschen als noch vor zehn oder zwanzig Jahren leben tatsächlich in schlimmer Armut.

00:15:44: Natürlich sind es immer noch zu viele aber es sind deutlich weniger Überlebenschancen bei vielen Erkrankungen, Krebserkrankungen sind nur die letzten Jahre ständig in die Höhe gegangen.

00:15:54: Es gibt laufend technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt, der die Lebensqualität verbessert.

00:16:02: Ich bin unglaublich leidenschaftlich was die Elektrifizierung unserer Wirtschaft und unser Gesellschaft angeht.

00:16:08: wir sind da immer noch am Anfang davon die Effizienzsteigerungen, die wir erzielen können.

00:16:13: Die Resilienz, wenn wir mehr Elektrizität selber proziehen, gerade auch mit der neuerbaren Energien und was das bedeutet für die Effektions- und den Wirkungsgrad der ganzen Wirtschaft oder auch da gibt es viele Fortschritte.

00:16:29: Ist das der große Vorteil, den ich habe an der Business School?

00:16:32: Dass ich natürlich ständig von Studenten und anderen Programmteilnehmern umringt bin.

00:16:38: Die Ziele haben die Träume haben, die optimistisch sind über die Zukunft Und da sehe schon viel was mich weiter hoffnungsvoll stimmt.

00:16:46: was die Zukunft angeht

00:16:47: Ja, schön.

00:16:48: Träume zu haben und mit Studenten, mit jungen Menschen sehr viel Kontakt zu haben ist natürlich sehr positiv immer.

00:16:54: Jetzt möchte ich ein bisschen zu einem anderen Thema wechseln was für uns Advans natürlich sehr wichtig ist und das ist die ganze Debatte über Gleichstellung Also speziell von den USA.

00:17:05: natürlich kommt jetzt sehr viel Gegenwind für die Gleichstellung, Diversität und Inklusion.

00:17:11: Und man sieht auch tatsächlich auf den großen Bühnen wieder Wurst zum Beispiel dass das Thema dieses Jahr nicht so präsent war wie auch schon.

00:17:21: Wie ordnest du das ein?

00:17:23: Ist die Debatte toll?

00:17:25: Also ich hatte das Glück, dass sich Intervoss an einem Workshop zu Genderparody teilgenommen habe.

00:17:32: Allerdings war der Donnerstag morgens um sieben Uhr dreißig.

00:17:35: Das heißt also... Das war schon für die, die leidenschaftlich sind was das Thema angeht.

00:17:41: Aber es waren ein volles Haus.

00:17:43: Es waren jede Menge tolle Menschen dort aus verschiedenen Sektoren und verschiedenen Bereichen nicht nur Frauen sondern auch Männer denen wichtig ist weiter für Gleichstellung und Gleichberechtigkeit zu kämpfen.

00:17:56: Und auch dort gibt's Fortschritte trotz der Schlagzeilen.

00:18:00: wir sehen dass viel zu wenig Frauen in Führungspositionen sind, aber es sind mehr als in der Vergangenheit.

00:18:05: Es gibt so wenige Frauen in Aufsichtsräten, aber mehr also in der vergangenheit.

00:18:10: Das heißt wir machen weiter Fortschritt.

00:18:12: Natürlich ist das politische Klima gerade in den USA nicht besonders hilfreich und internationale Unternehmen die auch Präsenz in den US haben haben sich schon in dieser schwierigen Situation gefunden, wo sie einen entscheiden mussten.

00:18:25: Was Sie denn auf Ihrer Website sagen und ob Sie noch Ihren DI-Report produzieren?

00:18:31: Aber viele Führungskräfte mit denen ich spreche arbeiten weiter an den Thema weil es einfach Sinn macht.

00:18:37: das ist nicht nur das Richtige dass das moralisch Richtige sondern auch das wirtschaftlich sinnvolle.

00:18:43: diverse Teams sind bessere Teams die sind innovativer die sind resilienter.

00:18:49: Wir sehen, das sind so viele Studien und deswegen Fortschritt wird weitergemacht.

00:18:53: Aber vielleicht ein bisschen weniger sichtbar weil leider das Thema brisant geworden ist gerade in den USA aber auch in anderen Teilen der Welt.

00:19:04: Und dieses nicht sichtba sein.

00:19:08: machst du dir Sorgen dass das Thema trotzdem verschwindet?

00:19:11: Dass die Priorität nach unten geht?

00:19:15: Ja, ich mache mir auf jeden Fall Sorgen.

00:19:17: Das ist natürlich schon wichtig.

00:19:18: wir haben so ein bisschen über Optimismus und Hoffnung natürlich vorhin gesprochen.

00:19:23: das junge Mädchen das junge Frauen sehen dass es Möglichkeiten für sie gibt vielleicht auch Möglichkeiten die ihre Mütter und ihre Großmütter nicht da waren.

00:19:32: Und wenn Sie den Eindruck kriegen dass wir keinen Fortschritt machen dann ist das natürlich Demotivierend, dann geht man bestimmte Risiken nicht ein.

00:19:42: Dann gibt man vielleicht verfrüht auf und das macht mich schon Sorge.

00:19:48: Deswegen ist die Arbeit Alkistis Die Ale macht bei Advanced natürlich unglaublich wichtig gerade auch diesen Generationskontakt zu suchen Zwischen Führungskräften jetzt, die mit jungen Frauen, die in den Beruf eintreten, Verbindung knüpfen können und sie unterstützen können.

00:20:06: Und auch weitergeben können was gelernt worden ist und wie viel besser das Umfeld heute ist.

00:20:12: also das ist schon sehr wichtig dass wir da das Moment um nicht verlieren gerade auch durch diese schwierige Zeit in der wir auf jeden Fall jetzt sind.

00:20:21: Ich bin einverstanden.

00:20:22: Du hast in einem Gespräch etwas gesagt, was ich sehr interessant gefunden habe und zwar dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Gender Gap in einer Gesellschaft und der Tatsache das junge Männer überdurchschnittlich oft rechte Parteien wählen.

00:20:42: kannst du uns ein bisschen mehr darüber sagen?

00:20:45: Ja, so.

00:20:45: das ist einer der interessantesten Trends und vielleicht auch eine der besorgniserregendsten Trends was die Demokratie angeht.

00:20:53: Das heißt junge Männer wählen immer häufiger für populistische Parteien oder stimmen immer häufig für populisten Parteien gerade auf der rechten Seite Und da gibt es verschiedene Gründe dafür.

00:21:06: Viele haben mit Frust zu tun, dass die etablierten Parteien bestimmte Probleme nicht lösen aber Forscher haben auch ausreichend Hinweise Dafür gefunden das für viele junge Männer, dass die Rolle diese in der Gesellschaft einnehmen sollen oder einnehmen können und für sie nicht klar ist.

00:21:27: Und dass da so eine bestimmte Nostalgie dabei ist wie die Welt mal war als du, als Mann natürlich das Oberhaupt der Familie warst und natürlich hat sich alles um dich getreten Und das ist vielleicht für mich leicht zu sagen, die Welt in der wir jetzt sind ist eine viel bessere Welt.

00:21:45: Aber es ist natürlich schon so dass du wenn du diese Bilder hast, vielleicht diese romantisierte Version hast von dem was die Vergangenheit war, dass es relativ leicht ist für populistische Parteien diese jungen Männer zu werben und im Prinzip zu sagen Die Probleme, die du erfährst kommen alle daher.

00:22:08: Dass sich die Politik und das Unternehmen zu sehr um andere kümmern – um Frauen oder Minderheiten, um Einwanderer.

00:22:16: Und keiner kümmert sich um dich!

00:22:18: Und das hat dazu geführt, dass wir jetzt diesen Gendergab haben was Wahlverhalten angeht.

00:22:26: Es ist häufig oder lange schon so gewesen, dass jüngere Wähler öfter mal vielleicht auch die Parteien an den Flügel wählen aber dass das jetzt so stark aufeinandergeht, wo junge Frauen etablierte Parteien weiterwählen oder etwa mehr populistische Parteien aber auf der linken Seite.

00:22:45: Aber gerade jungen Männer immermehr die populistischen Parteien rechts wählen ist ein neuer Trend und einer der natürlich dann zum Teil erklärt warum diese rechtspopulistischen Parteien in so vielen Teilen Europas unnatürlich auch den USA so erfolgreich sind.

00:23:04: eine gefährliche Entwicklung.

00:23:06: Richtig, jetzt haben wir sehr viel über die geopolitische Situation gesprochen.

00:23:12: es gibt ein weiteres wichtiges Thema welches gerade die Arbeitswelt sehr stark verändert und das ist der Einzug von künstlicher Intelligenz.

00:23:22: Jetzt bevor wir weiter darüber sprechen lass uns erst ein paar Eindrücke gewinnen wie es in den Medien dazu klingt.

00:23:30: Frau Brina Durante vom Advanced Team hat sie für uns zusammengestellt.

00:23:37: Mit Tempo, Druck und Angst – so lautete der Titel eines Blickartikels über die fünf grossen Arbeitstrains für den Jahr twenty-sechser zwanzig.

00:23:46: In den Kommentarspalten wird deutlich was die Leserinnen und Lesern umtreibt.

00:23:51: Ich muss mich in keine Einweiter bilden damit sie mich dann ersetzen kann.

00:23:56: Menschlichkeit und Empathie – das war es!

00:23:59: Jetzt schlägt das Pendel genadenlos zurück.

00:24:02: Job-Killer KI, schreibt die Zeit in zwei Minuten.

00:24:06: Fortjahrzehnte von der Schweizer Innen haben Angst wegen KI ihren Job zu verlieren.

00:24:12: In den Kommentarspalten werden ihre Ängste deutlich auf dem Arbeitsmarkt überflüssig zu werden.

00:24:18: Wenn Ihnen die KI die Arbeitwege nimmt – weil sie effizienter und günstiger ist als sie – dann können Sie sich noch so viel weiterbilden.

00:24:26: Sie sind ganz einfach ersetzbar!

00:24:29: Andere Stimmen finden, nicht KI an sich stelle ein Risiko dar.

00:24:33: Sondern die mangelnde Flexibilität von den Arbeitnehmenden selbst.

00:24:38: So schreibt zum Beispiel ein Lesser.

00:24:40: Ich glaube nicht, dass jeder Angst hat, durch einen KI ersetzt zu werden.

00:24:44: Aber jedes soll Angst haben, durcheinander Menschen ersetzen zu werden, wo KI besser nutzen kann.

00:24:53: Wir haben es gerade gehört, viele Menschen fürchten, dass KI ihre Jobs vernichten wird.

00:24:59: Stimmt das?

00:25:00: Und wenn ja, welche Bereiche werden am meisten betroffen sein.

00:25:04: Das stimmt zum Teil und das Gefährliche an dem ist natürlich dass es auch zum Teufelskreis werden kann.

00:25:10: Das heißt also wenn die Angst vor der künstlichen Intelligenz und die Angst von der Veränderung des Jobs damit fange ich erst mal an dazu führt dass man selbst nicht lernt wie man diese Technologien diese Werkzeuge benutzen kann dann vergrößert das natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass der eigene Arbeitsplatz dann gefährdet wird.

00:25:33: Also da ist gerade die Gefahr!

00:25:36: Die künstliche Intelligenz ist auf der einen Seite so wie andere Technologien aus der Vergangenheit – die Digitalisierung, die mechanische Sehung während der industriellen Revolution und es sind immer Technologin gewesen, die zu mehr Produktivität geführt haben Arbeiter und Angestellte im Prinzip dazu gebracht hat, neue Methoden zu lernen um sich die Arbeit stark verändert hat.

00:26:04: Aber im Endeffekt wurden während dieser Phasen Arbeitsplätze geschaffen nicht unbedingt dieselben Arbeitsplätzen wie vorher aber es gibt immer wieder dann neue Innovationen, neue Möglichkeiten.

00:26:15: Alle Studien, die ich bis jetzt gesehen habe, suggerieren, dass das auch hier der Fall sein wird.

00:26:20: Wie ist die künstliche Intelligenz anders?

00:26:22: Und es ist wichtig, dass wir darüber sprechen.

00:26:24: Es gibt zwei große Unterschiede.

00:26:26: Der erste ist, dass ein Teil der Wirtschaft betroffen ist – gerade im Dienstleistungsbereich technologischen Revolution doch eher ausgenommen war.

00:26:37: Das heißt also, es betrifft jetzt nicht unbedingt übrigens nicht nur technologische Revolution sondern auch andere Revolutionen zum Beispiel halt das Off-Shoring von Jobs in anderen Ländern.

00:26:47: Also es betrift jetzt die Gebildeten.

00:26:50: Es sind die Anwälte, es sind die Banker, es ist zum Teil auch die Ärzte und es sind viele mit Qualifikationen, die sich damit als auf einmal konfrontiert sehen.

00:27:01: Das ist das eine des Anderes Das Tee Ausbreitung dieser Technologien unglaublich schnell ist.

00:27:07: Und dass wir als Unternehmen und gerade auch als Gesellschaften viel langsamer sind, uns darauf anzupassen.

00:27:13: Das heißt also wenn solche Technologin über Jahre oder Jahrzehnte eingeführt werden dann hat man natürlich schon die Möglichkeit eine andere Studienfach zu wählen, die Ausbildung anders zu gestalten innerhalb der Unternehmen neue Rollen zu schaffen.

00:27:27: Wenn das Ganze ganz schnell passiert ist es natürlich viel schwieriger.

00:27:31: Darin besteht schon eine große Gefahr, wohin haben darüber gesprochen, dass wir als Gesellschaften und gerade auch als Demokratien schneller werden müssen um gute Entscheidungen zu treffen.

00:27:41: Und das ist ein ganz wichtiges Beispiel wo diese Langsamkeit in unserer Anpassung doch Konsequenzen haben könnte für einige obwohl ich trotzdem glaube dass es im Endeffekt mehr Produktivität und auch mehr neue Arbeitsplätze schafft.

00:27:59: Das jetzt vorherwähnt, es betrifft durchaus die hochqualifizierte Berufe.

00:28:07: Was bedeutet das für die Art und Weise?

00:28:11: Wie wir Führung lernen?

00:28:13: reicht heute Erfahrung uns Skills oder müssen wir ständig unsere Skills neu trainieren?

00:28:22: Ja, und ich muss dazusagen.

00:28:23: Es heißt natürlich nicht dass es aber einmal keine Anwälte, keine Banker und keine Ärzten mehr gibt sondern das heißt, dass es bestimmte Sachen gibt die Anwältelärzte und Banken in der Vergangenheit gemacht haben Und für diese auch bezahlt wurden Die Technologie jetzt genauso gut oder besser und auf jeden Fall billiger machen kann.

00:28:43: Das heißt also die Frage ist dann Was ist mein Value added?

00:28:46: Wo kann ich tatsächlich noch als Mensch einen großen Unterschied machen?

00:28:50: und da gibt es ganz wichtige Bereiche, wo man das machen kann.

00:28:53: Auch da wieder der Vergleich zur frühen technologischen Revolutionen, wo früher hat man viel manuelle Kraft benutzt und dann auf einmal hatte man Werkzeuge die das besser machen könnte.

00:29:02: und dann war halt eben nicht die Frage Kann ich schneller sehen als anderen sondern bin ich besser um zu wissen wohnt wie ich das Ganze machen muss?

00:29:11: also dass ist im Prinzip der wichtige Vergleich.

00:29:14: Aber weil wir nicht wissen, wohin die Reise geht und weil sich diese Technologien so schnell entwickeln ist tatsächlich das alle Wichtigste.

00:29:23: Und die Frage krieg ich häufig.

00:29:24: Ich kriege sie von Studenten und Heilnehmern hier, ich krieg sie von den Eltern, von den Freunden meiner Kinder als ob ich tatsächlich da irgendwie das Oracle bin.

00:29:34: Da kommt dann nur die Frage was sollen die Kinder denn studieren?

00:29:37: Was soll ihnen lernen?

00:29:38: Das

00:29:39: ist natürlich

00:29:41: auch wichtig.

00:29:43: Aber das alle Wichtigste ist zu lernen wie man lernt.

00:29:49: Das verändert sich so schnell, dass das einzige ist was wir wirklich wissen mit Sicherheit.

00:29:54: Ist es, dass wir uns ständig neu anpassen müssen und richtig gut werden müssen was Lernen angeht in jedem Moment des Lebens.

00:30:04: Und wenn wir das machen, dann können wir diese Technologien nutzen um Arbeit zu verbessern.

00:30:10: Um mehr Wohlstand zu schaffen und Probleme schneller zu lösen.

00:30:14: aber ich komme wieder zurück zum Kommentar über Teufelskreis.

00:30:17: Wenn wir Angst davor haben uns verschließen Dann ist die Wahrscheinlichkeit natürlich viel größer dass wir diese Chancen nicht nutzen und dass tatsächlich dann mehr Arbeitsplätze wegfallen und automatisiert werden.

00:30:30: Sehr interessant.

00:30:31: Ich möchte die Diskussion gleich vertiefen, aber bevor wir das tun hören wir uns doch ein paar dezentralen Fakten zum Thema an.

00:30:39: Alexandra Rina aus dem Advancedeam hat sie für uns zusammengestellt.

00:30:44: Gemäß dem neuesten Future of Job Survey des World Economic Forum SWEF, werden technologieorientierte und menschenbezogene Fähigkeiten bis zu zwanzig dreißig an Bedeutung gewinnen.

00:30:57: Künstliche Intelligenz und sogenannte Big Data führen die Liste der am schnellsten wachsenden Fähigkeit an.

00:31:04: Sie sind dicht gefolgt von Selber-Sicherheit und Netzwerk sowie Technologiekompetenz.

00:31:09: Arbeitskräfte, die ihre Fähigkeiten im Umgang mit KI sowie ihre Kreativität und Belastbarkeit verbessern haben bereits heute bessere Chancen.

00:31:19: Das betrifft alle Tätigkeitsbereiche

00:31:22: nicht

00:31:22: nur IT-spezifische Rollen!

00:31:25: Das WEF prognostiziert, dass weltweit neunundfünfzig Prozent aller Arbeitskräfte ihre Fähigkeiten bis zwanzig dreißig abschillen müssen.

00:31:35: Ähnlich klingt es im renommierten Business-Magazin Forbes.

00:31:39: Zu den wichtigsten Skills der nächsten Dekade zählen auch hier digitale Kompetenzen, Datenanalyse zur Entscheidungsfindung und emotionale Intelligenz.

00:31:49: Auch auf Leadership wird sich die KI Revolution massiv auswirken.

00:31:54: Gemäss McKinsey deuten aktuelle Untersuchungen daraufhin, dass Menschen, KI-Agenten und Roboter zunehmend Seite an Seite arbeiten werden.

00:32:04: In diesem Umfeld werden CEOs und Führungskräfte nicht immer die klügsten Köpfe im Raum sein – traditionelle Befehls- und Kontrollansätze werden in der Folge tendenziell ins Leere laufen!

00:32:17: Stattdessen wird es viel wichtiger, den richtigen Kontext zu schaffen in dem Teams Herausforderungen und Disruptionen mithilfe von KI erfolgreich bewältigen können.

00:32:31: Also die unsichere geopolitische Situation auf der einen Seite, der Siegeszug der KI auf der anderen Seite.

00:32:39: was heißt das jetzt konkret für uns?

00:32:42: eine Million Dollar Frage.

00:32:45: Wie bleibt man konkurrenzfähig in dieser ständig veränderten Welt?

00:32:50: Was sind die Skills, die wir brauchen um weiterhin zu bestehen?

00:32:55: Ja also ich glaube wirklich bevor wir zur Skills kommen geht es tatsächlich um Mindset und die Einstellung.

00:33:01: das heißt also Wir müssen uns darüber im Klaren sein dass die Welt nicht präventiert zu einer Version mit der wir Vertrauter sind.

00:33:12: Das heißt also, es gab eine Zeit wo wir gesagt haben naja gut der Brexit und Trump das war ein historischer Unfall.

00:33:19: Und dann kam die Pandemie und in dem Moment wo die vorbei ist wird die Welt schon wieder in Ordnung sein.

00:33:24: Dann kamen der Krieg zwischen Russland und Ukraine und die Flüchtlinge und die hohen Energiepreise und die Unsicherheit und dann haben wir gedacht naja das ist vielleicht ein lokaler Konflikt und jetzt sind wir den Konflikten an Osten.

00:33:38: Wir haben Konflikte in der ganzen Welt und es ist wirklich wichtig dass wir verstehen Da kommt jetzt noch die künstliche Intelligenz dazu, dass sich die Welt immer schneller verändern wird und das wir uns mit ihr verändern müssen.

00:33:51: Dass wir gleichzeitig natürlich auch zumindest kollektiv diese Veränderung gestalten können wie die Regulierung aussehen muss wo wir investieren und wie wir uns darauf selbst vorbereiten.

00:34:02: aber wenn wir erstmal damit anfangen dass wir verstehen dass es die welt weiter verändern zu viel Zeit darauf zur Welt verwenden, das zu lamentieren dass sich die Welt so stark verändert hat.

00:34:16: Dann können wir anfangen zu sagen was kann ich lernen?

00:34:19: Und ihr habt gerade eine Sachen geteilt, Sachen die Studien vom World Economic Forum und anderen sagen, dass sie nützig sein können und es wichtig ist aber zu sagen, das ist das was wir im Moment glauben.

00:34:31: Aber es kann durchaus sein, dass in ein, zwei Jahren das Ganze schon wieder ein bisschen anders aussieht.

00:34:35: Also ich gebe ein Beispiel dazu vor zwei Jahren – da war Church GPT gerade ein Jahr alt oder ein bisschen weniger sogar, dann ein bisschen mehr als ein Jahr.

00:34:46: Da gab's einige Schulen und Online-Anbieter die dann Kurse angeboten haben im Prompt Engineering.

00:34:53: Wie schreibt man ein gutes Prompt für Church GPt?

00:34:57: Na ja, so gut.

00:34:58: drei Monate oder sechs Monate später ist dann klar geworden dass man tatsächlich künstliche Intelligenz benutzen kann um besser Prompt zu schreiben.

00:35:07: Das heißt also ich schreibe jetzt ein Prompt das mir bitte ein Promt schreiben soll wie ich das ganze benutze.

00:35:13: Oder noch vor ein paar Jahren waren alle davon überzeugt dass es wichtigste ist dass Kinder lernen wie sie programmieren können.

00:35:19: Also wir sind da Rabeneltern gewesen in den USA weil wir nicht unsere Kinder samstags morgens in die Programmierschule geschickt haben Nicht weil wir wussten was passiert, sondern weil unsere Kinder sehr stur waren und die wir Sport gemacht haben.

00:35:32: Und es stellt sich heraus Programmieren ist nicht!

00:35:35: so zukunftsfähig, wie wir das tatsächlich dachten.

00:35:39: Denn über Vibe-Coding können wir das Ganze automatisiert

00:35:41: machen.".

00:35:41: Das heißt, wir wissen es nicht!

00:35:43: Die richtig die ehrliche Antwort ist Wir Wissen Es Nicht.

00:35:46: was wir wissen ist die Welt wird sich weiter verändern.

00:35:49: lernen zu lernen und sich immer wieder neu einzustellen und anzupassen und sich neu zu erfinden Ist das aller aller wichtigste?

00:35:57: Und dann natürlich sind die Bereiche über dir gesprochen habt erst mal interessant und gut und zukunftsfähig, aber auch das ist im Prinzip so eine Art Working Hypothesis.

00:36:08: So einer Arbeitshypothese.

00:36:09: in zwei drei oder fünf Jahren kann es sein dass wir merken dass die Technologien tatsächlich doch was machen können was wir vorher nicht so kommen gesehen haben und dass wir deswegen uns wieder neu einstellen müssen und uns wieder Neu anpassen müssen.

00:36:24: also die Devise ist wirklich lernen wie man lernt oder lernen zu lernen.

00:36:29: Jetzt du bist bei IMD, einer der größten Business Schools, progressivsten Business Schools auch.

00:36:38: Wie hat sich jetzt die klassische Management-Ausbildung verändert?

00:36:42: Was sind die Skills, die ihr den zukünftigen Führungskälften beibringt?

00:36:47: Ja, die hat sich komplett verändert und zwar nicht nur wegen Themen wie Geopolitik und künstliche Intelligenz sondern das fing natürlich schon viel viel vorher an.

00:36:55: Das heißt also Führungsmodelle sind ganz anders.

00:37:00: Es geht weniger um Autorität und command and control weil wir natürlich wissen dass es nicht funktioniert und es geht darum wie man Teams motivieren kann wie man authentisch führt Wie man es schafft gleichzeitig Leistung des jetzigen zu verstärken, während man nach dem neuen Sucht also dieses berühmte perform and transform und wie man das als Führungskraft selbst macht statt sich auch eine Sache zu konzentrieren und so hoffen dass irgendwo anders im Unternehmen das andere passiert.

00:37:36: wie man sich immer wieder neu an neue Rollen anpassen muss, denn die Unternehmen verändern sich.

00:37:41: Also das läuft natürlich schon einige Zeit und da kommt jetzt natürlich noch dazu die Geopolitik.

00:37:48: Wir haben da als Industrie – damit meine ich jetzt die Business Schools als Sektor mit Sicherheit einiges verpasst.

00:37:54: Das heißt also wir haben lange Jahre lang gesagt konzentriere dich auf deinen Kunden, denk an dein Investor Gesellschaft und das ist natürlich keine Winning-Formular in der Welt, in der die Politik eine so große Rolle spielt.

00:38:12: Das heißt also wie helfen wir Führungskräften oder nicht nur Führungskräften?

00:38:16: Die Verbindung zu knüpfen zu dem was in der politischen Welt passiert umwas in der Wirtschaft passiert und was in den Unternehmen passiert und natürlich auch die Technologie die sich immer weiter verändert und neue Möglichkeiten gibt neue Geschäftsmodelle zu erfinden neu Effizienz zu suchen neue Organisationsstrukturen zu schaffen.

00:38:34: Das ist natürlich ein aufregender Bereich.

00:38:37: Und jetzt stelle ich doch die Frage, die du so oft gestellt bekommst also was würdest du deinen Kindern raten damit sie im Arbeitsmarkt oder in den nächsten zwanzig vierzig fünfzig Jahren bestehen?

00:38:51: Also das Allerwichtigste ist, was ich wirklich schon gesagt habe.

00:38:54: Das heißt also eine Leidenschaft dafür zu entwickeln neue Sachen zu lernen und auszuprobieren.

00:39:00: Und da gehört natürlich dazu ein bestimmtes Selbstvertrauen oder eine bestimmte Selbstsicherheit dass man solche Risiken eingehen kann.

00:39:07: Das heisst als Eltern haben wir da schon eine ganz große Rolle und eine wichtige Rolle auch zu unterstützen die Kinder Fehler machen zu lassen damit sie von ihnen lernen können.

00:39:17: Man lernt natürlich unheimlich viel von Fehlern Und als Eltern tut es das natürlich schwer, wenn wir sehen dass unsere Kinder eine Entscheidung treffen die vielleicht nicht die richtige ist aber sie müssen natürlich davon lernen.

00:39:28: Das ist also wie schafft mir ein Umfeld wo Kinder auch die die psychologische Sicherheit zu haben Fehler zu machen und zu lernen Leidenschaft zu entwickeln Auch zu lernen dass man mal hart arbeiten muss.

00:39:41: ich weiß dass das vielleicht ein bisschen kontrovers ist Aber ja Nicht alle Karrieren sind möglich mit neun bis fünf an Arbeitszeit, zumindest zu bestimmten Zeiten.

00:39:54: Deswegen ist das auch ganz gut dass man in der Universität mal lernt wie es aussieht wenn man tatsächlich ein paar extra Stunden rein investieren muss um was zu erreichen also diese Geflogenheiten, diese Muskeln im Prinzip so ein bisschen zu trainieren.

00:40:09: Wie arbeite ich hart?

00:40:10: Wie arbeide ich mich in neues Thema rein?

00:40:12: Wie entwickle ich Leidenschaft über was Neues?

00:40:15: Wie lerne ich das mit verschiedenen Menschen nicht zu verknüpfen und von ihnen zu lernen?

00:40:21: Wie arbeit ich in Teams?

00:40:22: Das sind ganz wichtige Sachen!

00:40:24: Und die sind mit Sicherheit relevant für viele Jahre.

00:40:27: Aber ob es nun dieses Fach ist oder jenes Fach, diese Programmiersprache oder jene dieses Werkzeug oder das, da wäre ich viel vorsichtiger.

00:40:40: Die Zeit vergeht... Ich möchte unser schönes Gespräch abschließen mit einer letzten Frage.

00:40:46: Was ist deine Vision für die Zukunft?

00:40:49: Was gibt dir persönlich Hoffnung?

00:40:53: Also ich bin optimist, trotz aller Herausforderungen.

00:40:57: Es gibt so viel Unglaubliches was Menschen individuell und kollektiv geschaffen haben was sie erreicht haben und was wir in der Zukunft erreichen können gerade auch mit der Unterstützung von neuen Technologien.

00:41:11: Und die Arbeit, die wir machen bei AMD ist natürlich deswegen sehr, sehr wichtige Arbeit.

00:41:17: Ich habe einen Großteil meiner Karriere verbracht an Schulen, die sich darauf konzentrieren, die nächste Generation auszubilden und das ist unheimlich toll junge Menschen zu sehen wie sie lernen den Idealismus, den Sie mitbringen.

00:41:32: aber die Probleme Der Welt sind so, dass wir leider uns nicht nur darauf verlassen können, dass die nächste Generationen die Fehler der vorherigen Generationen korrigiert.

00:41:44: Denn viele der Entscheidungen, die wir treffen oder viele der Sachen, die jetzt nicht angehen führen natürlich dazu das dass viele Wert zerstört wird oder dass viele Möglichkeiten ausgelassen werden.

00:41:54: Und deswegen, was wir hier versuchen bei IMD ist natürlich Führungskräften und Organisationen zu helfen diese Herausforderungen anzugehen aber auch gleichzeitig unsere Plattform zu nutzen um zu helfen das die Arbeit wenn es um Gleichberechtigung und Gleichstellung geht weitergeht Das die Energiewende schneller passiert Dass wir künstliche Intelligenz verantwortungsvoll umsetzen und deswegen habe ich schon das Gefühl, dass wir hier ein bisschen was verändern können in der Welt gerade eben weil wir mit Unternehmen und Führungskräften aus der ganzen Welt zusammenarbeiten können.

00:42:28: Und das gibt mir jeden Tag wieder neue neue Hoffnung, neuen Muldern und neue Motivation.

00:42:35: Sehr schön gesagt!

00:42:37: Was ich von unserem Gespräch sehr klar mitnehme ist dieses Lernen zu lernen als die Fähigkeit, die uns sicher in die Zukunft bringt.

00:42:47: David herzlichen Dank für dieses wunderbare Gespräch.

00:42:53: Und euch da draußen danke fürs Zuhören bis zum nächsten Mal.

00:42:57: Ich freue mich auf Euch.

00:43:00: Das war der Advanced-Podcast mit Alkistis Petropacchi.

00:43:04: Weitere Informationen zu dieser Folge findest du in den Shownotes.

00:43:08: Alles weitere zu Advanced gibt es online unter weadvance.ch, auf Instagram unter atweadvange.ch und auf LinkedIn.

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